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Mattenfilter

hab gestern [irgendwann Anfang 2006] wieder ein neues Becken mit einem Mattenfilter hergerichtet ... und mich gezwungen, hin und wieder mal auf den Auslöser zu drücken, damit ich Euch vielleicht die eine oder andere Anregung zum Bau bzw. Nachbau geben kann.

Das Becken hat die Maße 100x50x40cm und ist aus 8mm floated Glas [etwas grünlich, man kann auch schräg unverzerrt durchschauen und die Algenbildung soll etwas gehemmt sein], Doppelwulstverklebung [gegenüber Stoßverklebung flexibler, stabiler, haltbarer und schöner].

An Material für den Mattenfilter benötige ich:

  • · Filtermatte 100x50x5cm [ca. 18 €]
  • · Aquariensilikon [ca. 8 €; kein normales Zeugs nehmen, enthält Fungizide!!]
  • · 2 Luftheber Sera 60L [ca. 6 € Stück]
  • · etwas Luftschlauch [ca 1 €/m]
  • · Reststück Aquarienschlauch 9/12
  • · 1 Luftpumpe [Schego optimal ca. 17 €]
  • · zweier Luftregelventil [ca. 2 €]
  • · 1 Bastelmesser

  • zunächst stelle ich die Netto-Maße des Beckens fest, bei mir wären das 98,5x38,5cm [bis zur Unterkante der Strebe/Ablage. Das Becken lasse ich mir extra so bauen, dass die vordere Strebe durchgehend ist und die hintere an beiden Seiten offen bleibt zur Durchführung von Schläuchen.] Dann schneide ich die Filtermatte zurecht, schlage dabei jeweils etwa 5 mm auf, damit die Matte stramm im Becken sitzt [praktisch von vier Seiten eingeklemmt].
  • matte1

    die Filtermatte bekommt vertikale Schlitze von etwa einem cm Tiefe, in die ich nach Inbetriebnahme des Beckens Javamoos zur Begrünung der Filtermatte klemme.

    matte2

    nun gehts zum Einbau der beiden Luftheber. Hier nehme ich die kleinen Luftheber von Sera, Typ 60L. Zum einen, weil durch die innere Form [Sternenkranz] die Luft gut verwirbelt wird und sich so ganz prima mit dem Wasser mischt, dieses also gut mit Luft anreichert, der Transport des Wassers recht effektiv und leise klappt, und zum anderen, weil die kleine Version von der Transportmenge völlig ausreichend ist.

    ich steche dazu an der geplanten Stelle [diesmal etwa 4 cm von oben und etwa 20 cm von der Seitenwand - so kann kein Wasser über den Beckenrand hinaus blubbern!] mit dem Bastelmesser durch, nur einmal, das reicht und lässt genug Spannung in der Matte zum Festhalten des Luftheber-Rohrs bzw. des reingesteckten Schlauchrests. Die Position des Wasserauslaufs plane ich so, dass sich dieser auf jeden Fall oberhalb der Wasseroberfläche befindet. Nur so wird es annähernd geräuschlos, halbwegs spritzfrei ... und vor allem: es können keine [Futter-]Fische hineinschwimmen.

    vom Luftheber nehme ich den Schaumstoff, sowie die Saugfüße ab. Für die Kunststoffnuten, an denen vorher die Saugnäpfe befestigt waren, schneide ich kleine Löcher mit dem Bastelmesser in die Matte für zusätzlichen Halt. Das perforierte Rohr lasse ich als zusätzliche Stabilisierung dran [klemmt ja zwischen hinterer Scheibe und Matte]. Den Einlass des Lufthebers plane ich recht weit unten, das gibt gute Ergebnisse für Wasser/Luftmischung und Transportmenge in Bezug auf minimale Geräuschentwicklung [habe schon einige Konstruktionen ausprobiert!]. Allerdings sollte der Einlass nicht zu weit unten sein, damit Mulm nicht mit angesaugt wird ... der soll nämlich schön bleiben wo er ist und arbeiten

    ein kleines Stück Schlauchrest [9/12] stecke ich von der Vorderseite in den Wasserauslauf, da das Rohr des Lufthebers nicht ganz aus der Matte herausragen würde.

    matte3

    Reste der Matte schneide ich zu als Abstandshalter zwischen Filtermatte und Rückwand, damit die Matte fixiert ist, gleichmäßig sitzt und sich nicht durchbeugt ... die Stücke befestige ich mit etwas AQ-Silikon an der [und nur dort] Rückwand.

    matte4

    wenn alles passt und gut sitzt, sollte die "Filterkammer" bzw. das Becken von hinten nun so aussehen:

    matte502

    wenn nun bekommt die Matte den endgültigen Halt durch eine Silikonfuge, die für 100%igen Abschluss zwischen Mattenfilter und Becken und damit für optimales Funktionieren und gleichzeitig guten Halt sorgen soll. Einen Tag die Fuge trocknen lassen und dann kann es losgehen mit Bodengrund, Wasser usw.

    matte602

    die beiden Luftheber sollten über Ventile regelbar gemacht werden, um die Einstellung unabhängig vornehmen zu können. Die Pumpe kann man gut oberhalb der Wasserlinie an die Wand hängen [recht leise] oder auf einen Mattenrest stellen, sofern unterhalb der Wasserlinie dann bitte mit Rückschlagventil gegen Auslaufen bei Stromausfall ...


    was noch wichtig wäre: die Becken mit diesem Mattenfilter benötigen eine Einlaufzeit von etwa drei bis vier Wochen. Optimal wäre natürlich, den Besatz erst nach dem Einlaufen in das Becken einzubringen ... für Eilige empfiehlt sich da vielleicht Zeolith [Danke an Christina für den Tipp!!] von Anfang an ins Becken zu legen [1kg bei dieser Beckengröße einfach in ein oder zwei Netze verpacken, ausspülen und ins Becken legen] und wenn der NO2-Peak kommt, das Wasser recht häufig zu wechseln.

    Wenn das Becken eingelaufen ist, möchtet Ihr nie wieder eine andere Filterung haben.

    Vorteile: vollbiologische Filterung, geringe Strömung, extrem lange Standzeit [10 Jahre sollen keine Seltenheit sein], hohe Effizienz [ein Meter Mattenfilter sollen etwa 20 Meter Flusslauf ersetzen, was einen hohen Besatz ermöglicht!], günstig, individuell bepflanzbar, saugt weder [Futter-]Fische, Mikro-Lotls noch Bachflohkrebse oder Schnecken ein ... und die Umwandlung Ammonium->Nitrat erfolgt in einem Mattendurchgang, während bei anderen Filterarten die “Schadstoffe” erstmal noch durchs Becken gepumpt werden ...

    an die blaue Filtermatte gewöhnt man sich schnell, zunächst fand ich sie auch hässlich ... nach schon ein paar Tagen fand ich sie schön anzusehen ... jedoch wird sie mit der Zeit immer dunkler/grüner ... insbesondere mit Javamoos ist sie rasch zugewachsen [Beleuchtung vorausgesetzt]. Schwarze Filtermatten [auch auf Maß geschnitten], passende Luftheber, Silikon in Schwarz bekommt man übrigens hier.

    die Lotls halten sich gern daran fest, klettern daran hoch ... Schnecken und Fische nutzen die bewachsene Rückwand als Laichplatz und Versteck.

    wir werden das Becken heute in Betrieb nehmen ... evtl. poste ich hier jeweils aktuelle Fotos von der Entwicklung der Rückwand.

    was hab ich vergessen?

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    edit:

    klar hab ich was vergessen ... wie siehts denn aus, wenn das Wasser sprudelt?

    na so:

    matte702

    bzw. so, es sind ja schließlich zwei Ausläufe:

    matte803

    Zwischenbericht mit dem Mattenfilter

    möchte mal kurz berichten, was passiert, wenn im Becken mit HMF kein Wasser ist und/oder keine Pumpe fördert. Ihr habts erraten ... Stromausfall und Umzug sind die Erfahrungen.

    zunächst der Umzug:
    Becken vollständig entleert, Bodengrund und Einrichtung entfernt. Beckentransport und Wiederaufbau. Dauer etwa 1,5 Stunden. Neuer Bodengrund mit Einrichtung rein, mit Leitungswasser befüllt ... Dauer etwa zwei Stunden.

    Nun dachte ich ja, dass ab etwa einer Stunde ohne Wasserbeförderung, die Bakterien im Mattenfilter anfangen abzusterben [so hört man das ja landläufig ...]. Das mag auch passiert sein ... jedoch offenbar nur in recht geringem Maße. Das Becken zeigt nach zwei Wochen Standzeit null Nitritbelastung!


    Stromausfall:
    Ihr habt sicher davon gehört, in Hamburg gabs vor etwa drei Wochen [also das war im Frühjahr 2006!] eine Hose mit viel Wind drin ... die nicht nur mein Mopped mitsamt Schuppen ruinierte, sondern auch bei einigen Hamburger Haushalten für etwas länger andauernden Stromausfall sorgte, nämlich von etwa 19:00 Uhr bis 5:50 Uhr, also knapp elf Stunden.

    Zwei Bekannte von uns mit Lotls, denen ich vor Monaten jeweils einen HMF mit Lufthebern ins Becken gebaut habe, durften diese Nacht jedenfalls ohne Strom verbringen. Dies bedeutet, dass die Luftheber knapp elf Stunden ohne Luft und die Matte ohne Durchströmung waren ... und damit nach meiner naiven Vorstellung auch die Bakterienkultur komplett im Eimer. Weit gefehlt ... sie prüfen alle zwei Tage auf Nitrit ... und die Werte stehen nach etwas mehr als drei Wochen ebenfalls bei null.

    so sah übrigens unser Fischbecken aus mit Mattenfilter an der Rückwand und Javamoosbesatz ... mittlerweile hat es eine Bodenmatte bekommen.

    becken02

    hier sind Bilder von unseren aktuellen Becken mit Filtermatte an Rück- bzw. Seitenwand:

    becken1002
    becken1102
    becken1203
    becken1404
    becken1305

    Ja, warum denn ausgerechnet Luftheber? Es gibt doch so schöne Kreiselpumpen ...

    dazu hat der liebe Onkel Stephan mal seinen wie ich finde sehr sinnigen Senf abgegeben und den möchte ich Euch gern noch verwursten [Senf Nr. 8 habe ich allerdings selbst hinzugedichtet]:

    1. Bei gleichem Wasserdurchsatz hat man mit einem Luftheber geringere Lokalströmungen als mit einer Kreiselpumpe. Das liegt daran, dass die Luftblasen im austretenden Luft/Wasser-Gemisch aufwärts streben und damit die Wasserströmung viel wirkungsvoller diffundieren, als man es mit einem Schaumdiffusor o.ä. könnte.

    2. Ein Luftheber braucht extrem viel weniger Platz als eine Kreiselpumpe. So kann man den Raum hinter der Matte deutlich kleiner halten bzw. überhaupt erst den Antrieb hinter der Matte plazieren, was bei Kreiselpumpen (je nach Becken- und damit Mattengröße) oft nicht möglich ist.

    3. Im Luftheber findet eine stark bewegte Exponierung von Wasser an Luft statt, was eine sehr gute Sauerstoffanreicherung des Wassers bewirkt.

    4. In den Turbinen von Kreiselpumpen herrschen extreme Lokalströmungen, außerdem wirken die Turbinenflügel wie ein Schredder. Daphnien, Cyclops etc., die lebend in eine Kreiselpumpe hineingeraten, kommen nicht lebend am anderen Ende wieder heraus. Selbst Pantoffeltierchen dürften das oft nicht lebend überstehen. Im Luftheber dagegen ist die Strömung völlig linear, und mechanisch bewegte Elemente gibt es nicht. Kleine Tiere können daher eine Tour durch den Filter machen, ohne Schaden zu nehmen.

    5. Durch die Vermischung von Wasser und Luft steigt die Verdunstung an, was dem Wasser thermische Energie entzieht. Dadurch kommt der durchaus schon nennenswerte Kühleffekt von Lufthebern zustande. Um einen gleichen Effekt mit einer Kreiselpumpe zu erzielen, müsste man den Auslauf mehrere cm über der Wasseroberfläche positionieren. Das allerdings würde wieder ungeliebte Strömung verursachen und deutlich mehr Krach machen als eine Membranpumpe.

    6. Luftschläuche sind unkomplizierter und gefahrloser zu handhaben als Stromleitungen. Man kann sie beliebig verzweigen und (fast) beliebig verlängern (zum Beispiel zu einer Membranpumpe im Nebenzimmer, damit das Brummen nicht stört). Man hat weder Kurzschlussgefahr im Becken noch Wasserschläuche, die undicht werden können und dann die Wohnung unter Wasser setzen.

    7. Luftheber sind konkurrenzlos billig und einfach selber zu bauen.

    8. Kreiselpumpen im Becken sorgen für mehr oder weniger starke, kontinuierliche Schwingungen, die Amphibien und Fische mit empfindlichem Seitenlinienorgan zumindest irritieren können.

    jede Menge Input zum Mattenfilter gibts übrigens hier.

    so dunkel sieht übrigens eine ehemals blaue, aber eingelaufene Matte aus:

    Matte eingelaufen

    hier ein Teil der Matte mit Lotl-Eiern und Sauerstoffblasen ;)

    Matte eingelaufen

    so siehts dann mit etwas Abstand aus:

    dschungel
    dschungel202

    schwarze Filtermatten und allerlei Zubehör findet Ihr überall im Netz; der Fantasie beim Basteln sind keine Grenzen gesetzt. Mit Silikon arbeite ich schon seit einigen Jahr nicht mehr, es reicht völlig, die Matten zwischen den Scheiben einzuklemmen. Auch nutze ich mittlerweile sog. Japan-Matten, da diese gröber, stabiler und gleichzeitig dünner sind als Schaumstoffmatten.

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    letzte Aktualisierung im Januar 2017
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